Da gibt es diese Situationen, in denen ich mich anders fühle. Anders als die Menschen um mich herum und vor allem anders als andere Mütter.

Ich fühle mich anders, wenn ich auf dem Spielplatz meinem Sohn nicht mehr als einen Meter von der Seite weiche, weil ich ihn sonst aus den Augen verliere. Dabei würde ich ihn so gerne öfter alleine die Umgebung entdecken lassen und ihm dabei gemütlich von einer Bank aus zusehen.

Ich fühle mich anders, wenn ich unterwegs ständig auf die Uhrzeit achten muss, damit ich mit Krümel rechtzeitig vor der Abenddämmerung zu Hause bin.

Ich fühle mich anders, wenn ich keine spontanen Ausflüge allein mit dem Kleinen unternehmen kann, sondern im Vorfeld viel planen oder eine Begleitung organisieren muss.

Ich fühle mich anders, wenn viele Urlaubsziele unerreichbar sind, weil sie z. B. ohne Auto bzw. Mietwagen nicht erreichbar sind.

Ich fühle mich anders, wenn ich mich nicht einfach mit Freunden in einem Café treffen kann, weil es dort zu dunkel oder unübersichtlich ist.

Ich fühle mich anders, wenn mich Menschen anzusprechen und ich nicht weiß wie ich reagieren soll, weil ich mir nicht sicher bin, ob wir uns schon kennen und ich mir vielleicht einfach ihre Stimme noch nicht gemerkt habe.

Ich fühle mich anders, wenn ich mit dem Kleinen zum Kinderarzt muss und bete, dass sich die Lichtverhältnisse draußen rechtzeitig bessern, damit ich den Weg mit Krümel alleine bewältigen kann.

Ich fühle mich anders, wenn ich auf dem Hof der Kita stehe – in Mitten von dreißig spielenden Kindern – und ich meinen Sohn nicht erkenne, selbst wenn er direkt vor mir steht.

 

In solchen Momenten fühle ich mich so fern von den Menschen um mich herum. Alle anderen scheinen unbekümmert ihr Leben zu leben, während ich das Gefühl habe, mich schon für die älltaglichsten Dinge abstrampeln zu müssen. Mal sind das nur flüchtige Gedanken, mal bleiben sie länger haften. Dann kommt es mir vor als würde mich eine unsichtbare Wand von meinen Mitmenschen trennen. Als wäre ich eine Außenstehende, die das Geschehen beobachtet ohne wirklich Teil davon zu sein.

Dann fühle ich mich anders und allein. Daran trägt niemand Schuld – es ist einfach wie es ist. Manchmal ist es nur ein unbestimmtes Gefühl der Traurigkeit, andersmal möchte ich schlicht und einfach „dazugehören“. Dann wünsche ich mir, ich wäre für eine Weile einfach „ganz normal“.

 

Dieses Empfinden trage ich nun schon einige Zeit mit mir herum. Vor eineinhalb Jahren war es die Hauptmotivation für diesen Blog – daher auch mein Blogname „Mami anders“. Ich kam mir mit meinen Gefühlen und Gedanken ein bisschen einsam vor.

Während der Schwangerschaft mit Krümel fing ich an, viel auf Elternblogs zu lesen. Nach und nach erfuhr ich dadurch, wie vielen Eltern es manchmal ähnlich geht. Dabei hat das „anders sein“ oder „sich anders fühlen“ viel mehr Ursachen und Nuancen, als mir bis dahin bewusst war: Manche Eltern fühlen sich anders, weil ihr Familienmodell nicht der „Norm“ entspricht oder weil ihr Erziehungsstil in ihrem Umfeld auf Unverständnis stößt oder weil sie aus anderen Gründen nicht in die Vorstellung der Gesellschaft passen.

Zu lesen, dass auch anderen diese Gefühle nicht fremd sind, tat gut. Es gibt so viele Facetten des Familienlebens, was ist denn da schon dieses „normal“? Ist auf die eine oder andere Weise nicht jede Familie anders? Und ist das nicht eigentlich etwas Gutes?

Aufruf zur Blogparade #WirSindAnders

Zwei bunte Schafe in Mitten einer ansonsten schwarz-weißen Herde
Die bunten Schäfchen der Herde

Geht es euch auch manchmal so? Fühlt ihr euch als Mama/Papa/Familie auch ab und zu anders? Mögt ihr eure Gedanken und Erfahrungen dazu mit mir teilen?

Dabei ist es ganz egal warum ihr euch anders fühlt: Bringt ihr euer Kind in die Kita und werdet deshalb schräg angeschaut? Oder ist es genau anders herum? Ist eure Familie nicht typisch Mama-Papa-Kind und stoßt deshalb auf Unverständnis? Seid ihr eher eine gemütliche Familie, während euer Umfeld erwartet, dass die Kinder in ihrer Freizeit von einem Programmpunkt zum nächsten rennen? Oder seid ihr eine besonders aktive und abenteuerlustige Familie und sorgt damit für hochgezogene Augenbrauen?

Wie geht ihr mit dem „anders sein“ um? Belastet es euch, fällt es euch nur am Rande auf oder seid ihr einfach glücklich damit nicht wie alle anderen zu sein?

Wenn ihr bei meiner kleinen Blogparade mitmachen möchtet, dann haut in die Tasten und teilt eure Gedanken dazu. Nutzt dabei bitte den Hashtag #WirSindAnders und verlinkt diesen Artikel in eurem Beitrag. Hinterlasst mir den Link zu eurem Text bitte auch hier in den Kommentaren.

Falls genügend Beiträge zusammenkommen, werde ich nach Ablauf der Blogparade eine Zusammenfassung schreiben. Apropos Ablauf: Da ich aus eigener Erfahrung weiß, wie knapp die Zeit bei uns Mamas und Papas bemessen ist, läuft die Blogparade bis zum 30. April.

Ich freue mich auf eure Geschichten!

 

P. S., weil ich darauf angesprochen wurde: Ihr könnt für euren Text gerne das obige Schäfchen-Bild verwenden, wenn ihr möchtet. Es ist aber kein Muss.

 

Und hier sind die bisherigen Beiträge

Ich wünsche euch viel Freude beim Stöbern. Es sind schon ein paar tolle Texte zusammen gekommen, die zeigen wie vielseitig das Thema sein kann:

Lara von „dreaming today“ über das Anderssein als Deutsche in Finnland

Katja von „Grummelmama“ darüber, wie sie als Mutter mit ihrer Angststörung umgeht

Nicole von „LiNiChri“ über ihre Gehbehinderung und den Alltag mit ihrer kleinen Tochter

Leen von „Aufbruch zum Umdenken“ über ihre Hochsensibilität und das sich selbst Kennenlernen

Asmaa von „Deutsche Muslima“ über ihren kleinen Sohn, der manchmal etwas anders ist

Suse von „Apfel wie Birne“ über das schöne und bunte Andersein ihrer Familie

Wir sind anders – Mit Aufruf zur Blogparade
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16 Gedanken zu „Wir sind anders – Mit Aufruf zur Blogparade

  • 19. Januar 2017 um 15:09
    Permalink

    Oh wie schön, da würde ich gerne mitmachen – gut, dass die Blogparade so lange läuft.

    Antworten
    • 19. Januar 2017 um 20:35
      Permalink

      Ja, dieses Zeit-Eltern-Problem kenne ich :) Würde mich sehr freuen, wenn du es schaffst mitzumachen.

      Antworten
  • 19. Januar 2017 um 20:19
    Permalink

    Hab ja auf Insta gestern geschrieben, dass ich ganz neugierig bin. Und das ist wirklich ein tolles Thema für eine Blogparade. Auch wenn ich noch nicht weiß, ob ich da mitmachen kann, so bin ich neugierig auf weitere Beiträge zu dem Thema.
    Was ich zu Deinem Text noch sagen möchte, ich kann gut verstehen, dass Du Dich da anders fühlst. Es ist sicher oft nicht einfach, das alles zu bewältigen. Aber wie ich es oft lese, machst Du das ganz schön gut!!! Vielleicht anders wie andere, aber deshalb nicht schlechter ;-)
    Sei lieb gegrüßt
    Tanja von Tafjora

    Antworten
    • 29. Januar 2017 um 13:49
      Permalink

      Vielen Dank, Tanja, für deine lieben Worte <3

      Antworten
  • 23. Januar 2017 um 0:01
    Permalink

    na dann bin ich mal gespannt auf die vielen schönen Beiträge. Tolle Idee! liebe Grüße von einer, die ihr ganzes Leben lang schon ein kunterbuntes Schaf ist*lächel

    Antworten
    • 29. Januar 2017 um 13:43
      Permalink

      Danke, ich bin auch schon sehr gespannt. Möchtest du vielleicht auch eine Geschichte zu deinem Dasein als „kunterbuntes Schäfchen“ beisteuern? :) Ich würde mich jedenfalls freuen. Ich habe ein bisschen auf deinem Blog gestöbert und bin neugierig geworden.

      Antworten
  • 23. Januar 2017 um 13:18
    Permalink

    Weiß du was, eigentlich sollte noch eine Ergänzug dazu. Nämlich: Wir sind anders und das ist auch gut so.
    Jeder hat seine Besonderheiten und ich glaube, das macht das Leben erst besonders spannend. Ganz klar, es ist nicht für jeden gleich und ich kann dich verstehen, wenn du schreibst, dass du dein anders sein, auch als Bürde empfinden kannst. Und sind wir mal ehrlich, manche nehmen ihr anders sein nicht so gut an und verstecken sich. Das machst du definitiv nicht. :)

    Mir ist auch gleich etwas eingefallen und ich mache gerne mit, ist ja zum Glück noch etwas Zeit. ;)

    Antworten
    • 29. Januar 2017 um 13:59
      Permalink

      Liebe Lara,

      da schreibst du etwas sehr Wahres. Es ist auch meine Hoffnung, mit dieser Blogparade die Vielfalt unter den Familien zu zeigen. Manchmal scheint mir diese zwischen den ganzen anderen Themen etwas unter zu gehen. Und Vielfalt ist definitiv ein Gewinn.

      Was ich auf deinem Blog bisher gelesen habe klingt sehr spannend. Ich freu mich schon sehr auf deinen Beitrag!

      Antworten
        • 14. Februar 2017 um 22:45
          Permalink

          Ich freue mich riesig, dass du mitgemacht hast, Lara! Danke, dass du mir und uns diese Einblicke in euer Leben gegeben hast <3

          Antworten
  • Pingback: #wirsindanders - Blogparade von Mamianders -

    • 22. März 2017 um 22:43
      Permalink

      Natürlich darfst du :)
      Danke für’s Mitmachen und für den Einblick in deine Familie <3

      Antworten
  • 22. März 2017 um 8:34
    Permalink

    Halli Hallo!

    Durch Facebook habe ich dich gefunden und deine aktuelle Blogparade.

    Ich habe noch nie an einer Blogparade mit gemacht. Vorgenommen habe ich es mir schon so oft. Doch erst jetzt und bei deinem tollen Thema habe ich es geschafft.

    Hier der Link dazu:
    http://apfelwiebirne.de/wir-sind-anders/

    Alle bisherigen Beiträge sind so toll geworden. Tolles Thema und jeder interpretiert etwas anderes in dieses Thema. Sehr aufregend.

    Viele Grüße
    Suse

    Antworten
    • 22. März 2017 um 22:46
      Permalink

      Liebe Suse, ich finde deinen Beitrag klasse!
      Danke für deinen sympathischen und positiven Blick auf die Dinge.

      Antworten

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