Spätestens nach den furchtbaren Ereignissen in Heidenau, hat das Thema „Flüchtlinge und Fremdenhass“ die Nachrichten, Zeitungen und sozialen Netzwerke fest im Griff.

Es ist ein Thema, das uns alle angeht. Eigentlich sollte man gar nicht erwähnen müssen, warum das so ist, denn jeder sollte das wissen. Wenn man die fremdenfeindlichen Kommentare hört und liest, wird einem allerdings klar, dass es viele Menschen eben nicht wissen. Oder sie wissen es und verdrängen es gut.

Dabei ist es doch eigentlich ganz einfach: Niemand, aber auch wirklich niemand, verlässt aus Spaß sein Heimatland, lässt seine Familie zurück – ohne zu wissen, ob man sie jemals wiedersehen wird. Niemand steckt aus reiner Abenteuerlust dubiosen Schleppern das gesamte Ersparte in den Rachen, um dann auf überfüllten Booten oder zusammengepfercht in Kleintransportern einem ungewissen Ziel entgegenzufahren. Niemand setzt das eigene Leben und das der Familie aufs Spiel, um dann (im günstigsten Fall) in einer überfüllten Flüchtlingsunterkunft zu landen. In einem fremden Land, dessen Sprache und Kultur man noch nicht kennt. Ohne zu wissen, was der nächste Tag bringt. Der Gunst anderer Menschen vollständig ausgeliefert zu sein.

Niemand nimmt das freiwillig auf sich. Wirklich NIEMAND.

Wenn man nur einen Moment in sich geht und versucht die Situation der Flüchtenden nachzuvollziehen, schmerzen die Berichte über gekenterte Flüchtlingsboote und Angriffe auf Flüchtlingsunterkünfte noch mehr als ohnehin schon. Auf der anderen Seite kann ich noch so lange in mich gehen, ich werde nie verstehen, wie man es für eine gute Idee halten kann, vom Krieg traumatisierte Menschen mit Feuerwerkskörpern zu beschießen.

Die Ereignisse der letzten Tage und Wochen haben aber glücklicherweise auch ihre guten Seiten. Immer mehr Menschen erheben ihre Stimme gegen Rechts und gegen die selbsternannten „Besorgten Bürger“. Immer mehr Menschen, welche die Themen Flüchtlinge und Fremdenhass bisher gerne verdrängt haben (und da nehme ich mich nicht aus), setzen sich damit auseinander. Immer mehr Menschen werden aktiv.

So haben vor kurzem vier Blogger, die nicht mehr tatenlos zusehen wollten, die Initiative „Blogger für Flüchtlinge“ ins Leben gerufen. Ziel dieser Initiative ist es, auf das Thema Flüchtlingshilfe aufmerksam zu machen und weitere Menschen zu mobilisieren. Unter dem Hashtag #bloggerfuerfluechtlinge vereinen sich seither sowohl Blogger als auch Nicht-Blogger, um sich zu organisieren, auszutauschen und aufzuklären. Auf der Website der Initiative erhält man auch viele Informationen wie man den Flüchtlingen konkret helfen kann.

Initiative #bloggerfuerfluechtlinge
Initiative #bloggerfuerfluechtlinge

Weiterhin wurden viele Aktionen gestartet. So haben hunderte Blogger Willkommenskarten verschickt, es gibt Versteigerungen für den guten Zweck (z.B. hier) und eine große Spendenaktion auf betterplace.org.

Außerdem sind ganz großartige Texte entstanden. So schreibt Andrea über die Flucht der eigenen Oma, Lucie erzählt wie sie drei pakistanische Jugendliche bei sich aufgenommen hat, Mareice berichtet von ihrem Einsatz am #LaGeSo in Berlin und Béa hat ihre eigene Flüchtlingsgeschichte für uns aufgeschrieben. Diese Liste könnte ich unendlich weiterführen.

All diese Menschen geben mir Hoffnung, denn sie setzen ein Zeichen für die Menschlichkeit. Heißen wir also die Menschen, die zu uns kommen willkommen anstatt sie abzuweisen. Lasst uns helfen, damit sie hier ihren Platz finden und ein Teil von uns werden können. Denn nichts anderes würden wir uns erhoffen, steckten wir in ihrer Haut.

Warum es uns etwas angeht #bloggerfuerfluechtlinge

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