Bereits am Mittwoch hat mein Papa uns (und unseren halben Haushalt) abgeholt, denn bei Krümels Großeltern werden wir die Feiertage verbringen. Wir starteten zur besten Mittagsschlafzeit und glücklicherweise ging der Plan auf. Nach nicht einmal zehn Minuten war vom Kindersitz nur noch leises Schnarchen zu hören. Puh!

Bei Oma und Opa wurden wir mit Plätzchen und Kaffee begrüßt.

Plätzchen

Danach musste ich mich eine Weile von der Familie abkapseln, denn (wie jedes Jahr) musste ich kurz vor Heiligabend noch die letzten Geschenke verpacken. Meine Eltern bekommen von uns Kindern dieses Jahr Karten für’s Tarzan-Musical. Deshalb habe ich ein paar Lianen gebastelt, in die ich die Tickets einhängte.

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Etwas später hatten wir es uns gerade im Wohnzimmer gemütlich gemacht, da zog Krümel eine uralte Musik-Kassette aus dem Regal. Eine KASSETTE. Kennt das noch jemand? So ergab es sich, dass wir kurz darauf zu schrecklich-schöner Saxophon-Musik durchs Wohnzimmer tanzte.

Während Krümel einen Spaziergang mit der Oma machte, blieb Zeit den Weihnachtsbaum zu schmücken. Dieses Jahr verzichteten wir auf Kugeln. Machen wir uns nichts vor, die würden den Abend doch eh nicht überleben.

Weihnachtsbaumschmuck

Krümels Augen als er den geschmückten und erleuchteten Baum, fühlte sich an wie Zuckerwatte auf der Seele.

Das kommt übrigens dabei heraus, wenn man dem Nachwuchs erlaubt, am Baumschmuck herumzuspielen:

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Der 24. startete mit einem späten und leckeren Frühstück. Dazu gab es frisch gepressten Orangensaft.

Frischgepresster Orangensaft in Gläsern

Einem Geschenk wollte ich einen Text beilegen, den ich noch schnell ausdrucken musste. Aber wie immer, wenn ich „mal schnell was ausdrucken muss“, ließ mich die Technik auch dieses Mal zuverlässig im Stich. Orrrrr. Irgendwann gab ich auf und schrieb den ganzen Text fluchend wie ein Rohrspatz von Hand.

Im Fernsehen lief derweil ein altes, schwäbisches Weihnachts-Theaterstück, das wir uns fast jedes Jahr ansehen.

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Nach dem Mittagsschlaf schnappten mein Mann und ich unseren Krümel und gingen eine Runde spazieren, um den herrlichen Sonnenschein und die frühlingshaften Temperaturen zu tanken. Unser Ziel war ein kleiner, nahe gelegener Skaterpark. Auf dem Weg zählten wir Hunde und „Der-tut-nix“s.

Den Skaterpark hatten wir ganz für uns allein. Und so rannte Krümel von Hindernis zu Hindernis und schleppte eifrig Pylonen durch die Gegend.

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Die Zeit verging in irrem Tempo und so war es plötzlich dunkel draußen. Vor der Bescherung wird bei uns traditionell gesungen. Da keiner textsicher genug ist, mussten wir uns an die guten, alten Gesangshefte halten.

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Krümel ertrug unseren Gesang tapfer und tanzte und klatschte vor sich hin. Ich gab dann noch mein Bestes auf der Blockflöte zum Besten. Diese stammt noch aus meiner Schulzeit und ich hatte sie erst eine Stunde zuvor wiederentdeckt. Für ein schiefes „Alle meine Entchen“ hat’s gereicht. Sehr weihnachtlich.

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Anschließend wurden die Päckchen verteilt. Ratet mal, wer den größten Stapel hatte. Jenau, das Kind. Wie gemein ;-)

Weihnachtsgeschenke

Krümel war schon mit seinem ersten Geschenk – einer Stapelgiraffe – so zufrieden, dass er für die restlichen Päckchen kaum noch ein Auge hatte. Stapelnnnn!

Stapelgiraffe

Wir ließen dann die restlichen Geschenke auch unausgepackt und gingen lieber schneller zum Abendessen über. Schwäbische Fleischküchlen mit Karottengemüse. Mjammjam.

Fleischküchlen mit Karottengemüse

Nach dem Abendessen schlief Krümel ein, sobald sein Köpfchen das Bett berührt hatte. Wir Erwachsenen kuschelten uns im Wohnzimmer ein und ließen uns vom Ofen wärmen. Fairerweise muss ich sagen, dass der Ofen nur für mich Dauerfrostbeule angeheizt wurde, der Rest der Familie saß quasi im T-Shirt da.

Am ersten Weihnachtsfeiertag trafen wir noch vor dem Frühstück die ersten Vorbereitungen für’s Abendessen. Denn für den Nachmittag hatte sich Familie angekündigt und so wurden schon mal die Zutaten für die Knödel vermengt.

Semmelbrösel

Selbstverständlich ließen wir die Milch beim ersten Versuch überkochen. Wäre ja sonst langweilig.

Krümel hat vom Opa sein erstes Auto geschenkt bekommen. Da er allerdings noch etwas Respekt davor hat, durfte der Kuschel-Esel eine Runde drehen.

Esel im Auto

Wir nutzten das schöne Wetter und spazierten zum Bach, wo wir dem Wasser beim Plätschern zuhörten und uns fühlten als wäre März.

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Am Nachmittag backten wir einen schnellen Butterkuchen und verputzten ihn noch frisch aus dem Ofen.

Streuselkuchen

Dann kam auch schon der Besuch und brachte noch mehr Geschenke. Besonders das aufziehbare Eichhörnchen hat Krümels Aufmerksamkeit geweckt.

Aufziehbares Eichhörnchen

Wie immer wenn meine Familie zusammenkommt, werden früher die Spielkarten ausgepackt. So auch an diesem Tag. Dann war aber auch schon Zeit zum Abendessen in großer Runde. Es gab hausgemachte Rouladen mit Rotkraut, Knödeln und einer sündhaft leckeren Soße.

Rouladen mit Knödel

Und in diesem Moment war die Weihnachtsstimmung auch bei mir endlich angekommen. Die Familie an einem Tisch, optimalerweise bei gutem Essen: Das ist für mich Weihnachten.

Während mein Mann und ich Krümel ins Bett brachten, zog der Rest der Familie ins Wohnzimmer um. Dort gab es für alle, die wollten, einen Verdauungsschnaps.

Noch lange saßen wir zusammen. Meine Cousine und ich kramten noch ein altes Familienvideo hervor, in dem wir Werbespotts auf’s Korn genommen hatten. So verging der Abend mit viel Lachen und einem klitzekleinenbisschen Fremdschämen.

Der heutige 2. Weihnachtsfeiertag ist mehr oder weniger von einem Kleinkind geprägt gewesen, das im Minutentakt vom Quengeln ins Kchern und wieder zurück wechselte. Wir vermuten, dass die nächsten Zähnchen auf dem Weg sein könnten. Vielleicht hat Krümel auch einfach vom Trubel der vergangenen Tage so langsam genug. Seitdem sich mittags der letzte Besuch verabschiedet hat, genossen wir also die eingekehrte Ruhe, spielten ein bisschen Becher-Stapeln in Dauerschleife und tranken Tee. Die letzten unausgepackten Geschenke können auch noch ein paar Tage länger warten.

Und jetzt schaue ich mir bei der Frau Mierau an, wie Weihnachten bei anderen Familien so war.

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Ich hoffe, ihr hattet alle schöne Feiertage, streichelt gerade eure Plätzchenbäuche und genießt die Ruhe bis zum nächsten Gelage Silvester.

Unser Weihnachten in Bildern 2015
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