Krümel geht nun schon seit 2,5 Monaten in die Kita und Anfang des Monats bin ich wieder ins Berufsleben gestartet. Unser Tagesablauf hat sich dadurch in den letzten Wochen stark gewandelt. Das nehme ich heute als Anlass für ein kleines Résumé, denn die Umstellung hat uns zum Teil viel Kraft gekostet.

Ein guter Start

Nachdem die erste Woche der Kita-Eingewöhnung angenehm ruhig verlaufen war und Krümel von Tag zu Tag mehr Spaß an der neuen Umgebung fand, war ich für die zweite Woche positiv gestimmt. Und die Woche startete tatsächlich gut. Beim ersten Trennungsversuch gab es laute Proteste, doch Krümel ließ sich schnell beruhigen und fand wieder ins Spiel zurück, während ich unruhig draußen saß und mir die zehn Minuten Trennung vorkamen wie eine Ewigkeit.

In den darauffolgenden Tagen verlängerten wir die Trennungsphasen behutsam. Die Erzieherin meinte, es liefe alles prima. Sie zeigte mir im Anschluss an eine der Trennungsphasen auch ein kleines Video vom spielenden Krümel, damit ich mir ein Bild machen konnte wie es ihm dort ohne mich erging.

Rückschlag

Alles lief gut bis sich Krümel in der zweiten Kita-Woche nicht mehr in den Kinderwagen setzten wollte. Er klebte förmlich an mir und wollte gar nicht mehr von meinem Arm runter. Ich konnte es dem Kleinen auch nicht verübeln, schließlich bedeutet der Einstieg ins Kita-Leben große Veränderungen. Ein ziemlich großer Schritt für einen kleinen Menschen. Hinzu kam, dass unser Einschlafritual auch plötzlich nicht mehr funktionieren wollte und mein Mann und ich an den Abenden oftmals alle Register ziehen mussten, um den Kleinen in den Schlaf zu begleiten.

Mit den Veränderungen kam die Verunsicherung. Ich grübelte in den kommenden Tagen viel nach. Gründe dafür fand ich reichlich: War Krümel wirklich schon bereit für die Kita? Waren wir schon bereit für die Fremdbetreuung? Haben wir überhaupt die richtige Einrichtung ausgesucht? Passte die Erzieherin zu uns? Sollte ich meine Elternzeit nicht lieber noch verlängern? War mein Plan mit dem beruflichen Wiedereinstieg vielleicht zu egoistisch?

Eines Mittags stand ich schließlich nach zwei Stunden Eingewöhnung mit Kleinkind auf dem Arm, Kinderwagen und Tasche bepackt bei strömendem Regen im Innenhof der Kita und wusste weder ein noch aus. Ich war an diesem Tag kurz davor meinen Chef anzurufen und zu sagen, dass ich erst in einem Jahr wiederkomme.

Die gute Seite und ein paar Änderungen

Dieses Gedankenkarussell legte mich innerlich beinahe lahm. Was ich dabei fast aus den Augen verloren hätte, sind die positiven Seiten der neuen Zeit, die da für uns anbricht: Krümel wird neue Freunde kennenlernen und ein weiteres, sicheres Umfeld hinzugewinnen. Ganz anders als bei den täglich wechselnden Kindern auf dem Spielplatz wird er nun festere Beziehungen zu anderen Kindern und Erwachsenen aufbauen können. Aus der Kita wird er neue Lieder, Spiele und Erfahrungen mitnehmen. Und zu guter Letzt beginnt auch für mich ein neuer Abschnitt, denn ich freute mich sehr auf die neuen Herausforderungen im Job.

So beschlossen wir, die Eingewöhnung wie geplant weiter zu verfolgen. Allerdings führten wir ein paar Änderungen ein. Zu allererst tauschte ich den Buggy gegen die Trage ein. Das stellte sich als großartige Idee heraus, denn von da an war Krümel zufrieden und das Abholen verlief wieder harmonisch. Die zusätzliche Körperwärme genossen wir beide in vollen Zügen und alberten den gesamten Nachhauseweg herum bis Krümel dann selig an mich gekuschelt einschlief. Das war eine wunderschöne Erfahrung und hat dazu beigetragen, dass auch ich mich besser fühlte.

Außerdem gab ich meinem Arbeitgeber Bescheid, dass ich meine Elternzeit um einen Monat verlängern würde. So würden wir bei der Eingewöhnung nicht unter Zeitdruck geraten, denn ich wollte auf keinen Fall in den Job starten, solange Krümel noch nicht richtig in der Kita angekommen war.

Was unser zerrüttetes Einschlafritual angeht: Da hat sich die Lösung von selbst ergeben und sie hieß „Kuscheln im großen Bett“. Krümel war bislang kein Freund vom großen Bett. Zum Toben war es prima, doch zum Schlafen oder Kuscheln war er dort noch nie zu bewegen. Doch nun schien er sich dort pudelwohl zu fühlen und schlief auch schnell ein. Mittlerweile haben wir ein festes Einschlafritual, mit dem alle Parteien glücklich sind. Und ich glaube, Krümel genießt die Nähe beim Einschlafen genauso sehr wie ich.

Status quo

Die Eingewöhnung war nach vier Wochen zu Ende und unser neuer Alltag hatte sich etabliert. Krümel findet morgens schnell ins Spiel, nimmt mit dem gleichen Appetit wie zuhause am Mittagessen teil und hält auch den Mittagsschlaf mit den anderen Kindern. Ich bin froh und stolz auf meinen Kleinen.

In den letzten Wochen konnte ich miterleben wie Krümel immer vertrauter mit der neuen Umgebung in der Kita wurde. Er weiß mittlerweile genau, was es in den unterschiedlichen Räumen zu entdecken gibt, kennt die Rituale und ist den anderen Kindern und Erziehern gegenüber aufgeschlossen. Beim Abholen läuft mir ein strahlender kleiner Junge entgegen und zeigt mir, mit was er gerade gespielt hat. Das macht mich glücklich. So habe ich die Möglichkeit wieder arbeiten zu gehen, was ich einerseits genieße, andererseit keinesfalls übers Herz gebracht hätte, wäre Krümel in der Kita unglücklich. Ich hoffe, ihm wird es in der Kita auch weiterhin gut gefallen. Die Möglichkeit, dass es auch noch anders kommen kann, macht mir ehrlich gesagt ein bisschen Angst.

Unser Kita-Start Teil 2: Trennungsschmerz und Körperwärme
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