Heute ist mein letzter Tag mit Baby, denn morgen feiert Krümel seinen 1. Geburtstag. Dann ist die Babyzeit vorbei und er wird offiziell ein Kleinkind sein. Deshalb schwimme ich gerade ein wenig auf der sentimentalen Welle. Ich kann es noch nicht so recht glauben. Ist das erste Jahr wirklich schon rum?

Als Eltern bekommt man die rasante Entwicklung des eigenen Nachwuchses ja nicht so stark mit wie Außenstehende. Nicht umsonst hört man ständig „Hach, du bist aber groß geworden!“ Mir passiert das bei anderen Kindern auch oft. Erst letzte Woche als ich meinen kleinen Neffen – gerade mal zwei Wochen auf der Welt – im Arm hielt und dachte „So klein war Krümel nie. Nie!“

Man vergisst so schnell. Die Zeit im Krankenhaus fühlt sich bereits an wie aus einem anderen Leben. Gerade eben habe ich ihn noch in seinem Gitterbettchen über den Krankenhausflur bugsiert, schon versucht er mir Bauklötzchen in die Nase zu schieben.

Gestern Abend, als der Kleine den Schlaf der Seligen schlief, saßen mein Mann und ich vor dem Monitor und haben uns durch die Fotos der letzten zwölf Monate geklickt. Eigentlich waren wir beide ziemlich platt, da der Krümel den Tag über recht anstrengend war. Da wir aber vom ersten Babyjahr ein Fotoalbum zusammenstellen wollen, haben wir uns trotzdem aufgerafft.

Kaum hatten wir uns die ersten Fotos aus der Babyzeit angeschaut, war die Müdigkeit verflogen (naja, beinahe zumindest) und wir wühlten uns von einem Foto-Ordner zum nächsten. Zwischen den „Oooh“- und „Uiii-duziduzi“-Rufen mischten sich immer wieder „Gott, war der winzig“s und „Da konnte er noch nicht mal…“s.

Mama wird sentimental und schaut sich das Album aus der Babyzeit an
Ich reite die sentimentale Welle

In solchen Momenten möchte ich dem technologischen Fortschritt auf Knien danken, dass er die Digitalfotografie hervorgebracht hat. Denn ohne diese hätte ich mit Sicherheit schon die Hälfte aus der Zeit vergessen. Besonders in den ersten Monaten, in denen der Schlafmangel bei uns am intensivsten war, prasselten die unterschiedlichsten Emotionen und Eindrücke wie Meteoriten auf mich ein und sorgten dafür, dass mein Gefühlsleben regelmäßig umgekrempelt wurde.

Rückblickend betrachtet stand ich in der ersten Zeit ziemlich neben mir – auch wenn mir das damals nicht so bewusst war. Ich glaube, das ist der Hauptgrund, weswegen ich mich jetzt nur noch verschwommen an vieles erinnere.

An Tagen wie heute frage ich mich wie es wohl sein wird, wenn Krümel einmal seinen 18. Geburtstag feiert. Wahrscheinlich sitzen mein Mann und ich dann auch wieder zusammen, kramen die alten Fotoalben heraus und werden beim Blättern ganz sentimental. Vielleicht sitzt dann auch Krümel bei uns und lässt sich von „seinen Alten“ die Geschichten aus seiner Babyzeit erzählen. Vielleicht verdreht er dann immer wieder seufzend die Augen und sagt „Das ist doch peinlich, Mama.“

Wie auch immer es in 17 Jahren sein wird. Der Krümel bleibt mein Baby. Immer.

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Kennt ihr solche Momente, in denen ihr denkt, die Zeit sei an euch vorbeigerast? Was lässt euch sentimental werden?

 

Tschüss Babyzeit, schön war’s mit dir
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