„Warum haben wir das nicht schon viel früher so gemacht?“

Das frage ich mich zur Zeit, wenn ich abends im Bett neben meinem Krümel liege und zuhöre wie sein Atem beim Einschlafen ganz ruhig wird. Und dann fällt es mir wieder ein: Krümel wollte früher lieber im eigenen Bettchen schlafen. Jeden unserer Versuche uns gemeinsam ins große Bett zu legen quittierte er mit Missfallen oder er begann sofort damit herum zu turnen. Aber das war in Ordnung. Wenn Krümel im eigenen Bett schlafen wollte, gerne – auch wenn ich mich übers Einschlafkuscheln sehr gefreut hätte.

Mit der Kita-Eingewöhnung änderte sich das Zubettgehen jedoch: Von einem Tag auf den anderen wollte Krümel mit mir im großen Bett einschlafen. Da bei uns in Sachen Einschlafritual immer der Krümel den Ton angibt, kamen wir seinem Wunsch gerne nach. Und ich konnte endlich kuscheln! Hm, nuja, zumindest manchmal. Ich habe euch ja kürzlich unsere Einschlaftypen vorgestellt, die Krümel beherrscht. Mit Kuscheln ist während des Einschlafens also nur in bedingtem Maße zu rechnen. Doch irgendwann schläft auch der Krümel.

*rutsch* *raschel* *hachz*

Dann liege ich neben diesem zuckersüßen Menschlein. Sein kleiner Körper an meinem Bauch. Sein Köpfchen an meinem Gesicht. Sein regelmäßiger Atem lässt meine Wimpern flattern. Mein Glück ist perfekt. Wenn ich ganz viel Glück habe, liegt auch noch seine Hand in meiner. In solchen Momenten überlege ich, ob man vor Liebe eigentlich platzen kann. Es fühlt sich an als wäre es möglich.

Ein Spruch sagt „Egal wie anstrengend die Kinder sind, wenn sie dich einmal anlächeln ist alles wieder gut.“ – ich finde diesen Spruch dämlich. Denn oft ist mir so gar nicht nach „alles wieder gut“, wenn mich der Krümel mal wieder auf die Palme gebracht hat. Doch abends im Bett, wenn alles still ist und dieser kleine, wundervolle Spatz neben mir liegt, kann ich zur Ruhe kommen. Dann ist kurzzeitig der Stress des Tages vergessen. Ich denke nicht einmal an die Dinge, die ich unbedingt noch erledigen muss (oder von denen ich glaube, dass ich sie unbedingt noch erledigen müsse).

Bevor ich den schlafenden Krümel vorsichtig in sein Bettchen trage, liegen wir einfach nur da. Der eine selig schlafend, die andere selig wach.

Ich schnuppere an Krümels Köpfchen. Es ist nicht mehr dieser Neugeborenen-Duft, der es vermochte all meine Sinne zu betäuben. Doch sein Duft ist unverwechselbar und fast noch schöner. Abends bin ich einfach nur dankbar für das Glück, das Krümel in unser Leben gebracht hat.

Danke, liebes halbes Familienbett.

Ode an das halbe Familienbett
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