Ich habe einen freien Tag in der Woche. Als ich vor über einem Jahr in Teilzeit in meinen Job zurückkehrte, klang diese Variante ziemlich schlau. Vier Tage arbeiten und einen Tag, um Besorgungen zu machen, sich um Papierkram zu kümmern und das zu erledigen, was die Woche über so liegen geblieben ist. Im optimalen Fall würde sogar das ein oder andere Stündchen zum Schreiben oder Zeichnen übrig bleiben. So die Theorie.

Und auch in der Praxis klappte dieses Modell auf Anhieb super! …Also fast. Ein bisschen. Okay, eigentlich gar nicht. Wäre dies kein Blogartikel, sondern ein Podcast, könntet ihr mich jetzt tief seufzen hören.

Ein älterer Professor erklärt anhand einer bunten Balkengrafik auf einem Flipchart seine Theorie.

Schon vom ersten Tag an drifteten Wunsch und Wirklichkeit auseinander. Während der Kita-Eingewöhnung stellte sich heraus, dass Krümels Bezugserzieherin einen freien Tag in der Woche hatte. Also stand für mich fest, dass ich mit dem Kleinen vorerst an diesem Tag zuhause bleiben würde. Zumindest so lange, bis er auch zu den anderen ErzieherInnen ein enges Verhältnis aufgebaut hat.

So war mein freier Tag erstmal verplant. Ich bin davon überzeugt, das war für uns die richtige Entscheidung.

Dann kam der Winter. Und mit ihm die Erkältungen, Grippen und Infekte. So verbrachten wir ein halbes Jahr lang meinen freien Tag vorwiegend zuhause. Entweder war der Krümel krank oder ich. Erst im Mai kam die Entspannung. Es wurde wärmer und das ewige Krankheits-Ping-Pong nahm endlich ein Ende. Es war so wunderbar!

Nun konnte ich meinen freien Tag in der Woche tatsächlich für das nutzen, für das er einmal gedacht war. Darüber freuten sich nicht nur der Haushalt und der angehäufte Stapel Papierkram auf meinem Schreibtisch. Auch mir taten die freien Stunden sehr gut. Ich konnte etwas durchatmen und selbst das Wäschefalten kann richtig Lauen machen, wenn man dabei nicht 2843 Mal unterbrochen wird und stattdessen die Lieblingsmusik aufdrehen kann. Selbst die Steuererklärung geht um ein Vielfaches leichter von der Hand, wenn man sich konzentriert damit beschäftigt, statt abends im Halbschlaf daran zu arbeiten. Mir gelang es sogar, mich das ein oder andere Mal zum Frühstück zu verabreden. Himmlisch, sage ich euch!

Diese kleine Auszeit in der Woche tut mir richtig gut, denn ich kann meinen Akku aufladen. In Wochen, in denen es klappt, merke ich, dass ich entspannter und ausgeglichener bin. Die gewonnene Kraft kommt dann wieder meiner Familie zugute.

Nun quälen wir uns gerade erneut durch die kalte Jahreszeit und die freien Stunden werden wieder häufig mit Husten, Schniefen und kalten Umschlägen verbracht. Aber der Frühling naht. Es wird bald besser! Mein Akku freut sich schon nen Ast.

Mein freier Tag – Theorie und Praxis
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2 Gedanken zu „Mein freier Tag – Theorie und Praxis

  • 3. März 2017 um 21:31
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    Ja, ist hier ähnlich. Ich habe montags frei und bin immer dankbar, wenn mal ein paar Montage gar nichts dazwischen kommt. Die letzten 5 sahen so aus: Kitaschließtag, Einschulungsuntersuchung vom Großen (2h später in der Kita), Kleine 45 min nach Bringen wieder abgeholt wegen Erbrechen, frei, OP der Kleinen. Manchmal bin ich auch selbst krank.
    Wenn mein freier Tag komplikationslos klappt, ist alles wunderbar und ich habe Kraft, um die Woche (und das Wochenende!) zu schaffen. Wenn nicht, gehe ich sofort auf dem Zahnfleisch. Kann Dich also sehr gut verstehen und drücke uns die Daumen, dass es bald wieder besser wird:-)
    Liebe Grüße!

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    • 3. März 2017 um 22:24
      Permalink

      Auch wenn es blöd ist, ist es irgendwie tröstlich zu hören, dass es bei anderen ähnlch läuft :)
      Das mit der OP deiner Kleinen habe ich gar nicht mitbekommen. Ich hoffe, es ist alles gut?
      Und ja, im Frühling wird’s bestimmt besser!

      Antworten

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