Weihnachten steht vor der Tür und 2015 neigt sich dem Ende entgegen. So recht in Weihnachtsstimmung bin ich aber immer noch nicht. Wahrscheinlich liegt es daran, dass einfach zu viel los ist. Das Plätzchenbacken geschah schnell-schnell und nebenbei, auf dem Weihnachtsmarkt waren wir zwar mehrmals, jedoch eher im Eiltempo und einen Weihnachtsbaum haben wir auch nicht. Ich liebe zwar Weihnachtsbäume heiß und innig, aber wir werden die Feiertage eh bei meinen Eltern verbringen und Krümel würde jeden Baum in Rekordzeit zerlegen, sofern wir diesen nicht an die Zimmerdecke tackern.

So ist die Wohnung so spärlich geschmückt wie noch nie zuvor, die Plätzchendosen sind mit Fremdgebackenem gefüllt und wir sind irgendwie immer in Hektik. Da wollen Weihnachtsgeschenke eingewickelt, Koffer gepackt und To-Do-Listen im Büro abgearbeitet werden. Mit Besinnlichkeit hat das nicht allzu viel zu tun. Wenigstens haben wir uns im Verwandtenkreis darauf geeinigt, dass wir uns dieses Jahr nichts schenken, so beschränken sich die zu besorgenden Geschenke auf ein überschaubares Maß. Während ich in den letzten Jahren noch riesige Freude beim Geschenkeaussuchen hatte und Karten und Verpackungen oft selbst gebastelt habe, bin ich dieses Jahr froh, dass wir es überhaupt geschafft haben etwas zu organisieren, das man in Geschenkpapier wickeln kann.

Zwischen Büro, Kita und ständigem „Hust“ hier und „Hatschi“ da bleibt für mich dieses Jahr die Weihnachtsstimmung etwas auf der Strecke. Seit zwei Monaten ist bei uns immer mindestens ein Familienmitglied krank. Da sehe ich es schon als Erfolg, den Alltag am Laufen zu halten. So falle ich abends lieber mit dem Gesicht voran auf die Couch und lasse andere die Adventskränze basteln und 27 köstliche Plätzchensorten backen. Dabei würde ich so gerne mal wieder etwas Kreatives machen. Mir schwirren so viele Ideen im Kopf herum, die könnten locker ein paar Monate Urlaub füllen. Aber ich bin momentan einfach nur müüüde.

Trotz aller Hektik, Krankheit und Müdigkeit, die sich hier breit gemacht haben, hatten wir schon ein paar sehr schöne weihnachtliche Momente dieses Jahr. Wenn ich von „weihnachtlichen Momenten“ schreibe, bedeutet das auch immer, dass Familie mit im Spiel ist. Denn Weihnachten und Familie gehören für mich untrennbar zusammen.

Den Anfang macht jedoch eine eher melancholische Stimmung: Früher feierten wir Weihnachten immer in großer Runde. Eltern, Geschwister, Großeltern, Tanten, Cousine, Cousins…alle unter einem Baum. Mit Geschenken, Weihnachtsliedern und leckerem Essen. In den letzten zehn Jahren wurde die Runde allmählich kleiner. Erst begann die eine Tante Weihnachten im eigenen kleinen Kreis zu feiern, dann waren meine Geschwister nicht mehr jedes Mal dabei, da sie abwechselnd bei der jeweiligen Schwiegerfamilie feierten und nun ist auch meine Oma nicht mehr unter uns. Deshalb feiern wir dieses Jahr nur zu Fünft: Meine Eltern, mein Mann, Krümel und ich. Ich freue mich sehr darauf, bin aber auch traurig, dass unsere Runde dieses Jahr so klein ist.

Doch in den letzten anderthalb Wochen hatten wir ein paar vorweihnachtliche Erlebnisse, die mich ein wenig über meine Melancholie hinweg trösten:

Sterne

Am vorletzten Wochenende kamen z. B. meine Geschwister zu einem Weihnachtsfilmenachmittag vorbei. So saßen dann sechs Erwachsene, ein Kleinkind und ein Baby plätzchenmampfend und teeschlürfend auf unserer Couch und schauten „Verrückte Weihnachten“ – ein schöner Film mit Tim Allen und Jamie Lee Curtis. Die Bäuche hatten wir zuvor mit Chili con carne gefüllt. Meine Erwartungen an diesen Abend waren ja, dass das Baby bald weinen und Krümel nach fünf Minuten keine Lust mehr haben würde. Doch das Baby war zufrieden und Krümel pendelte vergnügt zwischen dem Fernseher, meinem Schoß und seiner Spieldecke. Es war ein richtiges kleines Vor-Weihnachten und wir bekamen sogar etwas vom Film mit.

An diesem Wochenende war dann die Familie meines Mannes zu Gast. Anstatt zu fremdeln – schließlich hatte er die meisten seit vier Monaten nicht mehr „live“ gesehen – schnappte Krümel nach zwei Minuten Beobachten die Hand seines Onkels und schleppte ihn in Richtung Bauklötze davon. Wir verbrachten zwei Tage bei herrlichem Sonnenschein und viel frischer Luft, schlenderten durch die Stadt, schlemmten ungesundes Zeug auf dem Weihnachtsmarkt und machten den obligatorischen Ausflug in den Zoo.

Zu guter Letzt waren wir heute bei meinem Bruder und seiner Frau zum Abendessen eingeladen. Wir Erwachsenen schwatzten und flirteten mit meinem süßen Baby-Neffen, während Krümel für Drei aß und alles aufholte, was er in den letzten Wochen durch krankheitsbedingte Appetitlosigkeit verpasst hatte.

All die schönen Erlebnisse der letzten Tage und die Aussichten auf die kommenden zwei Wochen Urlaub sorgen dafür, dass sich hier doch irgendwie weihnachtliche Vorfreude eingeschlichen hat. Ganz besonders freue ich mich auf den ersten Weihnachtsfeiertag, denn da haben sich mein Bruder, Tante, Cousine und Cousin angekündigt. Das gibt dann quasi unser Weihnachtsfest 2.0.

Was das Thema Familie angeht, sieht es dieses Jahr also nach vielen kleinen Highlights statt einem großen Fest aus. Hat ja auch seine Vorzüge.

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Hat die Besinnlichkeit bei euch auch noch nicht Einzug gehalten oder schwebt ihr schon auf einer weihnachtlichen Vorfreude-Wolke?

Jahresendzeitstimmung
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