Krümel geht mit großen Schritten auf seinen 2. Geburtstag zu. Die berühmt-berüchtigten Terrible Twos stehen also vor der Tür. Den ersten Vorgeschmack haben wir bereits bekommen: „Meins!“, „Selber!“, „Neiiiiiin!!!“ und wie-sie-nicht-alle-heißen sind täglich zu Gast. Ich möchte heute aber gar nicht weiter auf die Details eingehen, denn diese Anfangsphase der Terrible Twos hat z. B. Marsha auf ihrem Blog Mutter & Söhnchen neulich schon sehr treffend beschrieben.

Stattdessen möchte ich heute einige Vorzüge der Terrible Twos festhalten – und wenn es nur dazu dient, mir die Liste selbst vorzuhalten, sobald es bei uns richtig ins Eingemachte geht. Also dann:

Fantastisch!

Mit jeder Woche wird Krümels Phantasie ausgeprägter. Er übt sich in kleinen Rollenspielen, legt immer mehr Kreativität an den Tag und hat einen riesen Spaß daran, neue Worte zu erfinden. Ich sage nur: „Finz! Plonsch! Pagulaa!“ (oder sind das etwa Pokémon-Namen…?!). Ich freue mich zu beobachten wie seine Welt immer bunter wird und bin gespannt wie ein Flitzebogen, was ihm als Nächstes einfällt.

Der Große

Bisher habe ich Krümel immer als „Den Kleinen“ wahrgenommen, als den, der sich von den größeren Kindern etwas abschaut und sich ggf. behaupten muss. Nun lerne ich eine ganz neue Seite an ihm kennen – die fürsorgliche Seite. Als Krümel vergangene Woche ein etwa einjähriges Mädchen zärtlich an die Hand nahm und mit den Worten „Düben Spielplatz, kommen, ja?“ zu selbigem deutete, kamen mir fast die Tränen. Oder als Krümel dem ebenfalls einjährigen kleinen Cousin unbedingt selbst den Obstbrei in den Mund löffeln wollte. Ein paar Löffel haben dabei sogar das Ziel erreicht. Hach.

Meinungsforschung

Der Krümel kommt so langsam davon ab, alles was Mama sagt für bare Münze zu halten. Stattdessen begibt er sich immer häufiger auf Meinungsforschungsmission:

„Mama? Krümel Keks essen?“

„Nein, Schatz, erst nach dem Essen.“

„Papaaaa? Krümel Keks essen, ja?“

Könnte ja klappen.

Gut, das ist jetzt nicht unbedingt die beste Situation für uns Eltern, aber zeigt sie doch, dass der Krümel nicht mehr alles sofort glaubt und akzeptiert, sondern hinterfragt und ausprobiert. Eigentlich eine ziemlich feine Sache.

Selber!

Es ist nicht nur so, dass Krümel immer stärker einfordert Dinge selber zu erledigen, er bekommt auch vieles bereits richtig gut hin. So klappt das selbstständige Essen mittlerweile super (wenn er will), Treppen wuselt er zügig rauf und runter (wenn er will) und auch das Zähneputzen klappt manchmal prima. Das macht ihn stolz und gibt ihm ein gutes Gefühl und ich freu mich mit ihm.

Ich versteh‘ dich

Ein weiterer großer Vorteil von Krümels Entwicklung ist das Verständnis, das er mittlerweile mitbringt. Immer häufiger versteht er, was ich ihm erkläre (zumindest habe ich diesen Eindruck). Das macht es uns oft leichter. So saßen wir gestern in einem Straßen-Café beim Frühstücken und Krümel deutete auf die Kirche schräg gegenüber und meinte: „Kirche gehen!“ Ich sagte dann, dass wir nach dem Frühstück hingehen könnten und Krümel nickte zufrieden und aß weiter. Einfach so. Ich war schon ein bissi überrascht. Dass das nicht immer klappt und auf Zustimmung stößt, brauche ich wahrscheinlich nicht erwähnen.

Wie war dein Tag, Liebling?

Eine der schönsten Entwicklungen, die ich an Krümel beobachten kann, ist seine Fähigkeit sich mitzuteilen. Das äußert sich bei Weitem nicht nur in den bereits erwähnten „Selber!“s und „Neiiiiiiiin!“s, sondern resultiert mit unter in richtigen kleinen Unterhaltungen. Es ist ein kleines Fenster, das sich da für mich in Krümels Seele öffnet. Das hilft mir ihn besser zu verstehen und macht nebenbei verflixt viel Freude. Er kann mir erzählen, an was er gerade denkt und zeigt mir, welche Erlebnisse für ihn besonders in Erinnerung bleiben und wie er sie versteht.

Nicht selten führen wir beim Einschlafen (und manchmal auch noch einmal nachts) geflüsterte Gespräche über alles Mögliche. Und dabei bin ich immer wieder erstaunt, was er so alles mitbekommt und an was er sich auch nach langer Zeit noch erinnert.

Es ist ein großartiges Gefühl, ihm dabei helfen zu dürfen, sein Erlebtes zu ordnen und ein bisschen die Welt zu erklären.

 

Nun bin ich mal gespannt, wie oft ich auf diese Liste zurückgreifen werde, um mich in den kommenden Monaten an die positiven Seiten der Autonomie zu erinnern.

Die Not-So-Terrible Twos?
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